Gestures of Urgency: Woolworths Choir of 1979

Mittwoch, 18. April 2018

Kristina Pia Hofer
Gestures of Urgency: Woolworths Choir of 1979 (Elizabeth Price, 2012)
Looking at the deployment of sound and rhythm in Elizabeth Price’s video installation Woolworths Choir of 1979, this lecture will discuss how a politically engaged, multisensory, feminist artwork can negotiate memory and remembrance as non-teleological, as a responsibility of collectivesm and through experimental aesthetic forms.

Seminarraum 7 (Altbau, 1. Stock)
Universität für angewandte Kunst Wien
Oskar Kokoschka-Platz 2, 1010 Wien
Organisation: Abteilung für Genderangelegenheiten

Moving Stills – Affective Archives

Kuratiert von Marietta Kesting

Mittwoch, 18. April 2018, 19:00

Über Chris Markers prominenten und vielgeliebten Foto-Film La Jetée (1962) hinaus gibt es eine Vielzahl von Filmemacher_innen und Künstler_innen, die mit diesem Format experimentieren und einen Film aus Standbildern zusammensetzen. Die analoge Fotografie – oder, von dieser abgeleitet, die Zeichnung – dient dabei als Grundbaustein der Filme und betont die Materialität der Einzelbilder. Diese Foto-Filme können gerade durch das Spiel zwischen Herstellung und Brechung der filmischen Bewegungsillusion zu affizierenden und eindrücklichen Artefakten werden. Sie erstellen imaginäre Archive, schreiben intime Geschichten und stoßen eine Reflexion über das Medium und die Entstehungsprozesse von Bildern selbst an. Formal und thematisch bewegen sich die Arbeiten damit nahe am Format des (Familien-)Fotoalbums – einem privilegierten und mit Gefühlen aufgeladenen Erinnerungsobjekt, das die eigenen Herkünfte mitkonstruiert.

Programm

Lebohang Kganye, Pied Piper, 2014, 3 min
Aykan Safoğlu, Off-White Tulips, 2013, 24 min
Anna Faroqui, Ein gewöhnliches Leben (A Common Life), 2006, 26 min
Hubert Fichte, Leonore Mau, Der Tag eines unständigen Hafenarbeiters, 1966, 16 min
Thenjiwe Niki Nkosi, The Beginning of Stories (Part I of many), 2017, 10 min

Vorgestellt von Marietta Kesting
€ 6,– / ermäßigt € 4,50
https://www.mumok.at/de/events/moving-stills-affective-archives

Erase our genetic fingerprints?

Marietta Kesting, „Erase our genetic fingerprints?“

In: Loreck, H. (hrsg.), Visualität und Abstraktion. Eine Aktualisierung des Figur-Grund-Verhältnisses. Hamburg: Material-verlag.

Auflage: 300 Stk.
ISBN: 978-3-944954-37-0
Material 388

http://materialverlag.hfbk-hamburg.de/node/680

Der Sammelband »Visualität und Abstraktion. Eine Aktualisierung des Figur-Grund-Verhältnisses« verhandelt die Umordnung des Sichtbaren in Zeiten des Algorithmus. Abstraktion kennen wir hauptsächlich in zwei Kontexten: in der Philosophie als gedankliche Verallgemeinerung und in der Kunst im Sinn einer Reduktion des illusionistischen Abbildmodus und schließlich als Ungegenständlichkeit, mithin als Bezeichnung für eine kanonische Form von Visualität seit 1900. In der vorliegenden Publikation fließen beide unter der Prämisse ineinander, Abstraktion nicht ausschließlich als eine rein begriffliche, sondern als die mathematische Operation der Digitalität zu fassen – samt ihrer Auswirkung auf das visuelle Feld. Thematisch in die drei Abschnitte De- und Re-Abstraktionen, Ambivalenzen der Identifizierung und Sichtbarkeit und Opazität gegliedert, werden in künstlerischen und kunst-, kultur- bzw. medienwissenschaftlichen sowie philosophischen Essays mediale Abstraktionen zwischen Weltraum, Black Box und monochromem Schwarz in Werken der bildenden Kunst befragt, die Rolle von Perspektive und Maßstäblichkeit in digitalen und analogen Darstellungsmodi untersucht oder das Umschlagen der Rationalisierung von Arbeitsökonomien in das Leben selbst vorgeführt. Die Beiträge problematisieren einerseits die Ambivalenzen digitaler Programme und des Algorithmus, die gleichermaßen Sicherheit qua Transparenz verheißen wie Kontrolle ausüben und Gesellschaft konformistisch gestalten. Andererseits werden emanzipatorische und Widerstandsformen theoretisch-ästhetisch erprobt, die aus der Auflösung des wahrnehmungstheoretisch überlieferten Figur-Grund-Kontrasts (optisch wie metaphorisch begriffen) in der musterhaft verstehbaren Ordnung des Digitalen resultieren.

Mit Beiträgen von: Christian Blumberg, Adrienne Edwards, Joachim Glaser, Toni Hildebrandt und Giovanbattista Tusa, Stephan Janitzky, Joke Janssen, Marietta Kesting, knowbotiq, Hanne Loreck, Katrin Mayer, Karolin Meunier, Roland Meyer, Peter Müller, Maria Muhle, Matteo Pasquinelli, Merle Radtke, Eske Schlüters, Kerstin Schroedinger, Jana Seehusen, Anna Tautfest, Vera Tollmann und Judith Hopf.