Bericht der: International Autumn School on the Materiality of Cultural Practices in Social Space

p*art*icipate – eJournal des Programmbereichs Contemporary Arts & Cultural Production Schwerpunkt Wissenschaft & Kunst, Universität Salzburg in Kooperation mit der Universität Mozarteum

#issue 08

http://www.p-art-icipate.net/cms/?p=5880&view-all=1

„Finally, an all-day workshop on Re-Mediating Cinematic Experience (organized by Kristina Pia Hofer, Eva Kernbauer and Marietta Kesting) took place on Friday within the research project A Matter of Historicity, focusing on the event character of cinema. Giuliana Bruno, Professor of Visual and Environmental Studies, Harvard University, gave a lecture on the often-neglected material dimension of cinema, its surfaces and screens of projection throughout history. Erica Balsom, Senior Lecturer in Film Studies and Liberal Arts, King’s College, London, discussed the implications of the “liveness” and irreproducibility of a cinematic event. Volker Pantenburg, Professor of Film Studies, Freie Universität Berlin, explored questions of analogue and digital film formats in museums and gallery spaces. The Autumn School closed with a performance by the Danish art collective Vinylterrorandhorror (Camilla Soerensen and Greta Christensen), playing, breaking and re-assembling bits and pieces of LP records – and thus allowing the audience to almost painfully experience the materiality of music and performance art.“

 

 

Krise als Form

springerin
Ausgabe 2/2017

Eine vielerorts erhobene Gegenwartsdiagnose lautet, dass sich unsere aktuelle Gesellschaftsform, aber auch kulturelle und künstlerische Formen in einem fortwährenden Zustand der Krise befinden. Basiert dieser Befund zum einen auf einer gewissen Objektivierung (in Bezug darauf, wie die Dinge sein sollten und nun einmal nicht sind), so wirken darin stets auch subjektive Momente mit (der Diagnose, Kritik und möglichen Verbesserung der krisenhaften Zustände). Die Art dieser Beziehung genauer herauszuarbeiten, war Thema eines Symposions, das Anfang 2017 an der Universität für angewandte Kunst Wien stattfand. Im Anschluss daran bereitet das Heft Krise als Form, in Kooperation mit der Abteilung Kunst- und Wissenstransfer und dem Institut für Kunsttheorie entstanden, Beiträge und Schwerpunkte dieser Debatte auf. Gefragt wird vor allem danach, welchen formalen Parametern die Rede von der allgegenwärtigen Krise unterliegt. Stehen dabei primär kulturelle und politische Formen, Formen von Subjektivität und Wertsetzung auf dem Spiel? Oder artikulieren sich im Diskurs der Krise auch Negativformen, noch Formloses, ja vielleicht auch „Anti-Form“?

Mit einem Beitrag von Eva Kernbauer: „Mit dem Rücken zur Zukunft. Über die richtige Richtung und linke Melancholie“, in: Springerin 2/2017, „Die Krise als Form“, S. 45-49.

ANA THREAT: 40 JAHRE NO FUTURE, Nürnberg, K4 Zentralcafé

Punk, Repertoire und Retromanie
Ein Vortrag / eine Musik-Performance von Kristina Pia Hofer / Ana Threat
Zentralcafé, K4, Nürnberg  Mittwoch, 01.02.2017 – Einlass 19:30, Beginn 20:00
Eintritt: auf Spendenbasis

ANA THREAT: 40 JAHRE NO FUTURE Homepage Link

 

Obwohl über die tatsächliche Geburtsstunde des Genres durchaus Uneinigkeit herrscht, wird Punk heuer offiziell Vierzig. Begleitet wird die Einläutung des neuen, gesetzteren Lebensabschnitts der alten Rotznase von ihrer Musealisierung, Kanonisierung, und Vereinnahmung als Kunst- und Nationalgeschichte (aktuell zB als “Punk London” unter den Auspizien von Königin Elizabeth II und dem Heritage Lottery Fund). Die damals wie heute aktiv beteiligten Protagonist_innen scheinen es bereits sehr früh geahnt zu haben: Die Zukunft, die mit Punk zu machen ist/war, kann niemand ernsthaft wollen – zumindest, wenn die Sache in den Dienst teleologischer Fortschrittlichkeit steht.

Kristina Pia Hofer / Ana Threat geben in ihrem Beitrag Punk dennoch nicht verloren, und spüren einer anderen für das Genre wesentlichen Zeitlichkeit nach: seiner Ungleichzeitigkeit, Verspätung, Anachronie. Kristina Pia Hofer spricht über Punk als Limitierung, Reduktion und Wiederholung, während Ana Threat die im genreüblichen Repertoire schlummernden Potentialitäten – mit Karen Barad gesprochen, seine (open) futurities – an einschlägigen Musikmaschinen exploriert.

* Der Ventil Verlag lud im Jänner des Jahres unter diesem Titel zu Beiträgen für ein im Herbst erscheinendes enzyklopädisches Nachschlagwerk zum Thema.

(http://musikverein-concerts.de/events.php?id=388)

Hartgesotten hegemoniekritisch – Symposium zu Ehren von Gabriele Dietze und Dorothea Dornhoff

Symposium, 19 January 2017 , 13 :30
Feministinnen in Ost und West haben im Kontext marxistischer Diskurse schon früh darauf hingewiesen, dass Geschlecht keineswegs einen untergeordneten ‘Nebenwiderspruch‘ zum vermeintlichen Hauptwiderspruch des Klassengegensatzes darstellt. Vielmehr seien soziale Ungleichheitsachsen miteinander verwoben. Zuvor hatten PoC-Feministinnen auf den Zusammenhang von Sexismus und Rassismus aufmerksam gemacht. Im Zuge der ersten und zweiten ‘Welle‘ des Feminismus begannen feministische Künstler_innen und Aktivist_innen, transgressive Weiblichkeitsbilder auf der Folie binärer Geschlechterbilderzu entwerfen: Figuren wie die hartgesottene Detektivin, ermächtigende Monster oder kaltblütige Mörderinnen wurden zu notwendigen Gegenstrategien von Dämonisierung, Pathologisierung, Abwertung und Ausblendung des Weiblichen. Die Gender Studies haben Geschlecht als eine „wissensgenerierende und (wissens-)kritische Kategorie“ (Dietze/Hark 2006) in Bewegung definiert. Interventionen von Feministinnen of Color, postkolo- niale Perspektiven und queere Kritiken wiederum haben die Einheitlichkeit der Kategorie Geschlecht fundamental verunsichert. Sie machen für die Gender Studies die Notwendigkeit deutlich, Allianzen mit weiteren macht- und herrschaftskritischen Erkenntnisperspektiven zu suchen, und fordern ein, die eigenen Ausschlüsse und Hegemonietendenzen zu reflektieren. In diesem Zusammenhang spielen künstlerische Praktiken, kulturelle Artefakte und Ästhetiken sowie Popkultur eine entscheidende Rolle für die Sichtbarmachung marginalisierter Positionen. Dies erfordert eine (Selbst-)Kritik „okzidentaler (sexueller) Exzeptionalismen“ (Dietze), die über Geschlechterverhältnisse funktionieren, um den eigenen Kontext als emanzipiert darzustellen. Ebenso wichtig ist eine kritische Reflexion der Kategorie Gender selbst und ihr intersektionales Weiterdenken. Für die Dezentrierung von Macht und Wissen, auch über den akademischen Elfenbeinturm hinaus, sind Kollaborationen und Solidaritäten, strategische Essentialismen, Allianzen und Dialoge mit aktivistischen Kontexten und anderen Diskursen und Öffentlichkeiten unerlässlich.

Donnerstag, 19.1.2017  – 16:30 Panel II: Pop/Kultur

Lisa Kuppler: Hard-Boiled Woman Revisited – Jessica Jones im Marvel Cinematic Universe
Julie Miess: All Tomorrow’s Monsters
Marietta Kesting: Goldene Zitronen – Race, Klasse und Gender in Beyonces „Lemonade“
Moderation: Eva Boesenberg

Ort:  Institute for Cultural Inquiry, Berlin, Christinenstr. 18/18, Haus 8

https://www.ici-berlin.org/events/hartgesotten-hegemoniekritisch/

Eine Veranstaltung des Zentrums für transdisziplinäre Geschlechterstudien (ZtG) der Humboldt-Universität zu Berlin in Kooperation mit dem ICI Berlin, unterstützt vom Zentrum Jüdische Studien

 

Poetiken des Materials – Podiumsdiskussion

12.01.2017 18:00

 Ort: Leopold Museum

18:00
Kuratorinnenführung zu „Poetiken des Materials“ mit Stephanie Damianitsch

Unter dem Schlagwort eines „Neuen Materialismus“ lassen sich in der zeitgenössischen Kunst Strategien beobachten, die dem Material sowie materiellen Phänomenen der Wirklichkeit einen hohen Stellenwert einräumen. Diese künstlerischen Bestrebungen verleihen der gegenseitigen Durchdringung von materiellen und immateriellen Aspekten der Wirklichkeit Ausdruck. Letztere zeigen sich etwa in der Bedeutung der Sprache oder der kulturellen Prägung von Wahrnehmung.

19:00
PODIUMSDISKUSSION: „MATERIAL ALS KULTURELLER BEDEUTUNGSTRÄGER?

Podiumsdiskussion mit Kristina Pia Hofer, Sonia Leimer, Christian Kosmas Mayer, Anne Schneider und Stephanie Damianitsch.

Kristina Pia Hofer, Mitarbeiterin am Forschungsprojekt „A Matter of Historicity“ an der Universität für angewandte Kunst, Wien, diskutiert mit Künstlerinnen und Künstlern der Ausstellung über den sogenannten „Neuen Materialismus“ in der Kunst und das Material als kulturellen Bedeutungsträger.

Besuch mit gültigem Museumsticket frei!