European Bodies in the Making

Interdisziplinärer Workshop „European Bodies in the Making“
Lehrstuhl für Vergleichende Mitteleuropastudien, Europa-Universität Viadrina; Viadrina Center for Graduate Studies, 19.11.2015 – 20.11.2015
Marietta Kesting
Papers presented during the workshop discussed how “Europe” shaped or shapes such categories as race, class and gender or sexuality and how these can be denoted on bodies. They also discussed how “Europe” becomes “naturalized” in bodies and how it shapes bodies’ agency and impact the social and cultural worlds these bodies inhabit. Papers have shown that body contributes either to reproduction of “Europe”, or – as a metaphor – possibly creates spaces of change in Europe.
In her comment to Ms. Sadzinski’s paper MARIETTA KESTING (Berlin) referred to Peggy Phellan who remarked that not every visibility equals power (as in the example of post-porn, naked white women would then rule the world). As Ms. Kesting also claimed, a more intersectional approach would have made it possible to reveal more invisibilities then that of non-white women’s body. Also a term homonationalism coined by Jasbir Puar would have made the historical and Eurocentric genealogies of the hierarchies post-porn creates more apparent. Regarding Joanna Jurkiewicz’s paper, Ms. Kesting suggested that it would have been desirable to dwell more on the connection between “tourists” and “refugees” / ”migrants” in the works of discussed artists. As both papers discuss visibility / non-visibility where white young, pretty, abled body remains a norm, Ms. Kesting points out that while one wants to make one identity visible, one has to be careful not to delegitimize and de-visualize other identities.

3. Jahrestagung der ÖGGF: Kritik der Repräsentation. Geschlechterimaginäres im Wandel Visueller Kulturen

Kristina Pia Hofer „Sounding Beyond Binaries? Excess, Meaning and Materiality in Exploitation Cinema”
21.-23.09.2015, Universität Klagenfurt

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Konzeption und Organisation: ÖGGF und Universität Klagenfurt − AK Visuelle Kultur und Geschlecht des Forschungscluster Visuelle Kultur in Zusammenarbeit mit dem Institut für Philosophie und dem Universitätszentrum für Frauen- und Geschlechterstudien sowie mit Unterstützung durch das Institut für Anglistik und Amerikanistik, das Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, das Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft, das Institut für Kultur-, Literatur- und Musikwissenschaft, das Institut für Romanistik und Institut für Slawistik sowie der ÖH Klagenfurt.

Die Tagung beleuchtete die Relevanz des Visuellen und des Audiovisuellen, seine argumentativen und politischen Handlungspotentiale bzw. seine ästhetischen, analytischen und bildlich-textuellen Praktiken in Hinblick auf die Konstituierung und Destituierung von Geschlecht und Geschlechterherrschaftsverhältnissen.

Aus Gründen der Geschichtlichkeit: Praktiken des Materiellen in audiovisueller Kunst

Die materielle Substanz audiovisueller Kunstwerke ist ein geeigneter Ausgangspunkt für eine Untersuchung der aktuell viel diskutierten sozialen und politischen Handlungsmacht von Kunst. In Kunsttheorie, Film- und Medienwissenschaften und in feministischen/queeren Theorien zeichnet sich ein ‚material turn‘ ab, welcher Materialität – die stoffliche Grundlage von Objekten – als in politischen und kulturellen Austauschprozessen bedeutungsstiftend und potentiell agentiell zu denken versucht. Doch trotz dieser Entwicklungen ist die gegenwärtige Auseinandersetzung gerade mit kritischer Kunst von strukturalistischen und inhaltsfokussierten Lesarten bestimmt, während deren formale, technologische, räumliche Dimensionen sowie haptische, sonische und affektive Aspekte häufig vernachlässigt werden.

Das Projekt verbindet medien- und technologiekritische Ansätze mit einer materiellen Kritik zeitgenössischer audiovisueller Kunst. Der Fokus liegt auf aktuellen Arbeiten, welche sich mit Fragen der Geschichtlichkeit, das heißt, mit Erzählungen und Repräsentationen von Geschichte und historischen Ereignissen, beschäftigen. Aufgrund ihrer kritischen Haltung gegenüber Geschichtsdarstellung evozieren solche Arbeiten bisher vor allem inhaltliche Auseinandersetzungen. Dieses Projekt fragt darüber hinaus auch nach dem kritischen Potential, das in materiellen Aspekten solcher Arbeiten zu verorten ist: zB in der Hervorhebung räumlicher Gegebenheiten, in den verschiedenen körperlichen Modi der Rezeption einzelner Filme und Videos, oder im der Einsatz ‘veralteter’ Stile, Formate und Technologien.

Das Projekt strebt eine Analyse der technologischen und materiellen Grundlagen der Produktion, Präsentation und Rezeption von audiovisuellen Kunstwerken an, die zu einer neuen, medienkritisch gedachten, kunst- und filmwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem ‚material turn’ führt: Inwieweit beeinflussen materielle und technologische Aspekte ästhetische Erfahrungen? Wie ist das Handlungspotential von Materialität konkret zu denken? Wir beschäftigen uns mit der komplexen Frage nach einer potentiellen Politik eines ebenso formalästhetisch wie technologisch gedachten materiellen Forschungsansatz im Zeitalter digitaler Produktion und Dissemination: Wie kann eine Hinwendung zur Materialität politische Perspektiven auf konkrete sozio-ökonomische Kontexte entwickeln? Die Theoretisierung von Materialität kann etwa die ‚Unebenheit‘ neuer, globaler, postmoderner Öffentlichkeiten sichtbar machen. Durch eine Analyse dieser Verschränkungen beleuchten wir Materialität als wesentlichen Bestandteil des kritischen Instrumentariums der Gegenwartskunst.